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Was ist die eTIN?

Auf der Lohnsteuerbescheinigung vom Arbeitgeber findet sich eine sogenannte eTIN. Doch was ist das?

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Was ist die eTIN?

Deutschland gilt als Weltmeister der Bürokratie. Zu diesem Vorurteil passt es gut, wenn man erfährt, dass wir Deutschen nicht nur eine Steuernummer, sondern zusätzlich eine Steuer-ID und auch noch eine eTIN haben. Und das alles nur fürs Finanzamt. Was hat es mit diesem Nummern-Chaos auf sich?

Was ist die eTIN?

Jeder Deutsche hat seit 2008 eine Steuer-ID. Sie wird einem Baby nach der Geburt zugeteilt und bleibt ein Leben lang gleich, unabhängig, ob man umzieht, den Namen ändert oder ähnliches. Man sollte meinen, das genügt als eindeutiges Merkmal fürs Finanzamt und die Behörden. Daher sollte eigentlich die Steuernummer nach und nach abgeschafft werden. Bis jetzt geschieht das allerdings nicht.

Dann gibt es noch die eTIN. Dieses Kürzel steht für elektronische Transfer-Identifikations-Nummer oder auf Englisch Electronic Taxpayer Identification Number. Das ist eine 14-stellige Buchstaben- und Zahlenkombination, die aus dem Namen und Geburtsdatum gebildet wird. Genaueres dazu weiter unten.

Warum gibt es die eTIN?

Die Einführung der eTIN wurde im Zusammenhang mit der elektronischen Steuererklärung ELSTER nötig, da nun auch die Lohndaten von den Arbeitgebern elektronisch übermittelt werden konnten. Die Steuernummern der einzelnen Bundesländer waren dafür nicht geeignet, da sie nicht einheitlich waren. Die eTIN gilt dagegen bundeseinheitlich.

Sie soll vor allem dann genutzt werden, wenn die Steuer-ID nicht bekannt oder nicht vorhanden ist. Nicht benötigt wird die eTIN bei einer pauschal gezahlten Lohnsteuer – das betrifft zum Beispiel Minijobber, Aushilfskräfte in der Landwirtschaft oder Menschen mit kurzfristigen Jobs.

Wie wird die eTIN gebildet?

Die eTIN besteht aus Zahlen und Buchstaben, die aus Ihrem Namen und Geburtsdatum gebildet werden. Die ersten vier Buchstaben des Codes bestehen aus den Konsonanten des Nachnamens. Also wird aus Müller MLLR. Es folgen die ersten vier Konsonanten des Vornamens, also wird zum Beispiel aus Stefanie STFN. Hier zeigt sich, dass Stefan Müller und Stefanie Müller dieselbe Buchstabenfolge hätten, nämlich MLLRSTFN. Nach diesen acht Buchstaben folgt das Geburtsjahr (zweistellig), dann der Geburtsmonat als einzelner Buchstabe. Dabei steht A für Januar, und es wird weiter durchbuchstabiert bis L für Dezember. Der Geburtstag folgt wieder in Form von zwei Ziffern, und am Schluss wird ein einzelner Buchstabe als Prüfzeichen angehängt. Stellen, die nicht ausgefüllt werden können, zum Beispiel, weil der Name weniger als vier Buchstaben hat, werden mit X aufgefüllt.

So wird aus Stefanie Müller, geboren am 17.10.1999 für die eTIN: MLLRSTFN99J17B. Wobei statt des B am Schluss auch ein beliebiger anderer Buchstabe stehen könnte.

Übrigens:

Als Bürger haben Sie

  • eine Steuer-ID, sowie wahrscheinlich auch
  • eine Sozialversicherungs- oder Rentennummer,
  • eine Steuernummer,
  • eine Krankenversicherungsnummer,
  • eine eTIN
  • und noch weitere Nummern, zum Beispiel eine Umsatzsteuer-ID.

Nicht verwechseln!


Wo finde ich die eTIN?

Wenn Sie wissen wollen, wie Ihre eTIN lautet, dann schauen Sie auf der Lohnsteuerbescheinigung nach, die Sie von Ihrem Arbeitgeber einmal im Jahr erhalten. Wenn eine eTIN für Sie genutzt wird, ist sie dort angegeben.

Muss ich eine eTIN beantragen, wenn sie fehlt?

Wenn auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung keine eTIN steht, ist das kein Problem. Sie brauchen schlicht keine. Zwar gibt es in der Steuererklärung in der Anlage N ein Feld, in das Sie die eTIN eintragen können. Aber Sie müssen nicht. Dieses Feld füllen Sie nur dann aus, wenn Sie auch eine eTIN haben.

Zum Abschluss sind die drei verschiedenen Steuer-„Nummern“ in der folgenden Tabelle noch einmal übersichtlich erklärt:

Name Steuernummer Steuer-ID eTIN
vergeben von zuständiges Finanzamt, sobald man die erste Steuererklärung einreicht Bundeszentralamt für Steuern Arbeitgeber
Gültigkeit so lange dieses Finanzamt weiter zuständig bleibt; bei Umzug eventuell neue Nummer lebenslang prinzipiell lebenslang, es sei denn, man ändert den Namen (z. B. durch Eheschließung)
Form 13 Ziffern elf Ziffern (zehn zufällige Ziffern und eine Prüfziffer) 14-stelliger Code aus Großbuchstaben und Ziffern, gebildet aus dem Namen und Geburtsdatum

Das ist Ihnen alles zu kompliziert? Unsere Beraterinnen und Berater sichern Ihnen gerne die Steuervorteile, die Ihnen zustehen. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe.

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Quellen

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