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Was ist die Wohnungsbauprämie?

Wohnraum ist knapp in Deutschland. Der Staat will den Bau neuer Wohnungen mit der Wohnungsbauprämie fördern. Was das ist und wie Sie die Prämie bekommen, erklären wir hier.

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Was ist die Wohnungsbauprämie?

Die Mieten steigen ständig, die Bauzinsen dagegen sind niedrig. Kein Wunder also, dass sich für viele Bundesbürger der Kauf oder Bau eines Eigenheims rechnet. Im Jahr 2018 lebten rund 42 Prozent der deutschen Haushalte in ihrem eigenen Haus oder ihrer eigenen Wohnung. 58 Prozent wohnten dagegen zur Miete, so das Statistische Bundesamt.
Damit liegt Deutschland im europäischen Schnitt an vorletzter Stelle; nur in der Schweiz leben noch weniger Menschen in Wohneigentum.

Welche Fördermöglichkeiten gibt es für Bau- und Kaufwillige?

Der Staat will den Wohnungsbau fördern und zahlt daher Bausparern eine Wohnungsbauprämie, das heißt einen Zuschuss von 8,8 Prozent auf ihr Erspartes – allerdings unter bestimmten Bedingungen. Die erklären wir weiter unten. Daneben gibt es für Häuslebauer oder -käufer noch die Arbeitnehmersparzulage, Baukindergeld und Wohn-Riester.

Bausparen in Deutschland

Seit den 1920er Jahren haben sich die Bausparkassen etabliert, weil nach dem ersten Weltkrieg Wohnungsmangel herrschte. Seit 1973 gibt es das Bausparkassengesetz und somit einheitliche Regelungen für alle Institute. 

Im Schnitt besitzt jeder Haushalt in Deutschland immerhin 3.800 Euro an Bausparguthaben, so das Statistische Bundesamt in seiner Aufstellung für 2018.

Wie unterstützt der Staat die Sparer?

Vor dem Umzug ins Eigenheim steht für die meisten zuerst einmal das Ansparen. Hier legt der Staat 8,8 Prozent Wohnungsbauprämie aufs Gesparte drauf. Allerdings gibt es maximal 45,06 Euro jährlich. Bei verheirateten Paaren beträgt die maximale Förderung 90,11 Euro.

Das heißt, um die höchstmögliche Prämie zu bekommen, müssen Alleinstehende 512 Euro und Verheiratete 1.024 Euro pro Jahr in den Sparvertrag einzahlen.

Wer dagegen nur die geforderte Mindestsumme von 50 Euro im Jahr spart, bekommt 4,40 Euro Wohnbauprämie – weniger geht nicht.

Wenn Sie auch vermögenswirksame Leistungen in Ihren Bausparvertrag einzahlen, bekommen Sie unter bestimmten Voraussetzungen eine andere staatliche Förderung, nämlich die Arbeitnehmersparzulage. Für diese Summe können Sie keine Wohnungsbauprämie erhalten, denn das würde eine doppelte Förderung bedeuten.

Unter welchen Bedingungen gibt es die Wohnungsbauprämie?

Das sind die Voraussetzungen, um die Wohnungsbauprämie zu erhalten:

  • Sie müssen mindestens 16 Jahre alt sein.
  • Das zu versteuernde Einkommen muss 2019 unter 25.600 Euro bei Singles und unter 51.200 Euro bei Verheirateten liegen.
  • Das Bausparguthaben muss an eine wohnwirtschaftliche Verwendung gebunden sein, also für Bauen, Kaufen oder Modernisieren einer Immobilie benutzt werden.
  • Sie müssen mindestens 50 Euro pro Jahr in den Bausparvertrag einzahlen (eine Obergrenze gibt es nicht).
  • Der Bausparvertrag muss eine Laufzeit von mindestens sieben Jahren haben.
  • Die Prämie gibt es auch für andere Sparverträge, die dem Bau oder dem Erwerb selbst genutzten Wohneigentums gelten, und die eine Laufzeit von drei bis sechs Jahren haben.
  • Bezuschusst wird auch der Kauf von Anteilen an Bau- oder Wohnungsgenossenschaften, sowie Ansparverträge mit Bau- oder Wohnungsgenossenschaften, die eine Laufzeit von drei bis acht Jahren haben.

Es lässt sich nicht genau sagen, bis zu welchem Brutto-Einkommen es sich lohnt, einen Antrag auf Wohnungsbauprämie zu stellen, da eine Bedingung für die Prämie das zu versteuernde Einkommen ist. Das ist das Bruttojahreseinkommen abzüglich der Werbungskosten, Sonderausgaben und verschiedenen Freibeträgen. Für jedes Kind erhöht sich das „erlaubte“ Brutto-Einkommen um 8.000 Euro.

Mietpreissteigerung

In den Top-7-Städten Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg, Köln, München und Stuttgart sind binnen fünf Jahren die Mieten um fast ein Fünftel gestiegen: Im Vergleich zu 2014 lagen dort die Mieten im Jahr 2018 satte 18,9 Prozent höher. Im Bundesdurchschnitt betrug die Steigerung immerhin 13,2 Prozent.

Deutsche Haushalte wendeten 2016 durchschnittlich 35 Prozent der monatlichen Konsumausgaben für Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung auf. Nach der Definition des Statistischen Amtes der Europäischen Union liegt eine Überbelastung durch Wohnkosten vor, wenn ein Haushalt mehr als 40 Prozent seines verfügbaren Einkommens fürs Wohnen aufwendet. Das war 2016 bei fast einem Viertel der Haushalte der Fall. Bei Wohneigentümern mit Hypothek lag der Anteil der Überlasteten dagegen bei zehn Prozent.

Wie beantrage ich die Wohnungsbauprämie?

Immer am Ende des Jahres besteht der Anspruch auf die Prämie. Den Antrag können Sie noch bis zu zwei Kalenderjahre nach dem Sparjahr einreichen. Von der Bausparkasse bekommen Sie einen „amtlich vorgeschriebenen Vordruck“ zusammen mit ihrem Kontoauszug. Den Vordruck füllen Sie aus und schicken ihn an die Bausparkasse. Die schreibt Ihnen die Prämie dann auf Ihrem Bausparkonto gut.

Kann ich die Prämie für mehrere Bausparverträge bekommen?

Es ist möglich, die Prämie auf mehrere Bausparverträge aufzuteilen. Dann müssen Sie bei jeder Bausparkasse einen separaten Antrag stellen. Die Höchstsumme, die Sie vom Staat bekommen können, ändert sich jedoch dadurch nicht.

Muss ich die Wohnungsbauprämie zurückzahlen?

Achtung: Lösen Sie Ihren Bausparvertrag vorzeitig auf, genau gesagt vor Ablauf von sieben Jahren, dann müssen Sie erhaltene Prämien zurückzahlen. Es gibt lediglich zwei Ausnahmen:

  • Stirbt der Bausparer, müssen die Erben die Prämie nicht zurückzahlen.
  • Ist der Bausparer nach dem Abschluss des Vertrags mindestens ein Jahr lang arbeitslos, darf er den Vertrag ohne Rückzahlung der Prämie kündigen.

Auch wer das gesparte Geld nicht wohnwirtschaftlich verwendet, muss die Bausparprämie zurückzahlen. Einzige Ausnahme: Wurde der Vertrag vor dem 25. Lebensjahr abgeschlossen, darf das Geld frei verwendet werden, zum Beispiel auch für einen Führerschein.

Übrigens

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Quellen

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