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Geld sparen mit dem Dienstwagen

Wer einen Firmenwagen fährt, muss dafür in der Regel Einkommensteuer zahlen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Kosten sparen können.

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Geld sparen mit dem Dienstwagen.

Viele Arbeitgeber belohnen ihre Mitarbeiter mit einem höheren Gehalt in Form eines Dienstwagens. Das macht für beide Sinn: Der eine kann damit seine Wertschätzung für gute Arbeit ausdrücken, der andere kann das neue Auto auch privat nutzen.

Doch wenn der Firmenwagen auch privat genutzt werden darf, spricht der Steuerexperte von einem sogenannten geldwerten Vorteil. Das heißt: Der Dienstwagen wird zu etwas Ähnlichem wie Lohn und muss daher auch versteuert werden, und zwar für jede private Fahrt mit dem Firmenauto. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, die anfallende Einkommensteuer zu ermitteln:

1. Möglichkeit: Die Pauschalberechnung

Sie als Arbeitnehmer müssen jeden Monat einen fixen Betrag versteuern, nämlich 1 Prozent des Neuwagen-Listenpreises plus 0,03 Prozent pro Kilometer einfache Fahrt zu Ihrer Tätigkeitsstätte. Wie das Ganze genau funktioniert, erklärt unser Artikel zur 1 % Regelung.

2. Möglichkeit: Das Fahrtenbuch

Für Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen sehr viel mit ihrem Firmenwagen unterwegs sind, lohnt sich ein Fahrtenbuch: Alle beruflichen und privaten Fahrten müssen darin notiert werden. Am Ende des Jahres wird dann zusammengezählt: Für Ihre privaten Fahrten zahlen Sie anteilig Einkommensteuer und alle anderen Kosten für den Dienstwagen. Weitere Details dazu lesen Sie in unserem Steuer ABC Wozu ein Fahrtenbuch? Und wie funktioniert's?

Bevor Sie sich für eine Abrechnungsvariante entscheiden, sollten Sie nachrechnen, mit welcher Variante Sie weniger Steuern für Ihren Firmenwagen zahlen. Nutzen Sie dafür einfach unseren Firmenwagen-Rechner 2016:

 

 

Vorteil durch Eigenanteil reduzieren

Wenn Sie Ihrem Arbeitgeber Nutzungsentgelt für den Dienstwagen zahlen oder bestimmte Kosten selbst übernehmen, dann reduziert das den geldwerten Vorteil, den Sie durch den Dienstwagen haben. Das gilt auch, wenn Sie die 1%-Regelung anwenden.

Vor dem BFH landete ein Fall, in dem ein Arbeitnehmer alle Tankquittungen für seinen Dienstwagen selbst übernommen hatte. Das waren am Ende des Jahres stolze 5.600 Euro. Der geldwerte Vorteil hingegen betrug nach Berechnung 6.300 Euro. Das Urteil des BFH am 30.11.2016: Der Vorteil aus der Privatnutzung beträgt 700 Euro und nur diese müssen zusätzlich versteuert werden.

Übrigens:

Der Wert des geldwerten Vorteils kann nie unter 0 Euro wandern. Es gibt keinen geldwerten Nachteil. Wenn Sie also mehr zahlen als der Vorteil wert ist, haben Sie Pech gehabt. Werbungskosten können Sie hier nicht absetzen.

Wer den Firmenwagen nicht privat nutzen darf, muss auch nicht zahlen

Egal, ob Sie den Firmenwagen für private Strecken benutzen oder nicht – wenn in Ihrem Vertrag mit dem Chef steht, dass Sie das Auto privat nutzen dürfen, müssen Sie in der Regel auch Lohnsteuer zahlen.

Es gibt aber Fälle, in denen der Wagen ausschließlich dienstlich genutzt werden darf und dann sind natürlich keine Steuern fällig:

  • In einem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) aus dem Jahr 2013 ging es beispielsweise um den Dienstwagen für den Sohn eines Unternehmers. Das Finanzamt unterstellte eine private Nutzung, obwohl im Vertrag stand, dass ihm die private Nutzung des Fahrzeugs verboten ist. Begründung: Durch seine Sonderstellung als künftiger Chef sei der Unternehmersohn in der Lage gewesen, den Dienstwagen auch privat zu nutzen. Das stritt der "Kronprinz" ab und klagte schließlich erfolgreich.
  • Der BFH stellte im Oktober 2011 zudem klar: Wer mit dem Dienstwagen nur zwischen Arbeit und Wohnung hin- und herfährt, nutzt das Auto nicht privat und muss deshalb auch keine Steuern auf private Fahrten zahlen.

Daher empfehlen wir: Sollten Sie einen Firmenwagen ausschließlich für Ihre Arbeitswege benutzen, lassen Sie sich das in Ihrem Arbeitsvertrag vom Chef bescheinigen und zwar als "ausdrückliches Nutzungsverbot für Privatfahrten".

Vorsicht bei Unfällen mit dem Firmenwagen

Unfälle mit dem Dienstwagen auf Privatfahrten hat der Fiskus besonders im Visier. Oft übernimmt der Arbeitgeber die Kosten und verzichtet auf Schadensersatzansprüche gegenüber dem Mitarbeiter. Das hört sich super an, hat aber einen Haken: Das Finanzamt wertet diese Nettigkeit als geldwerten Vorteil für den Mitarbeiter. Das heißt: Die Unfallkosten sind wie zusätzlicher Arbeitslohn zu versteuern, unabhängig davon, ob die Fahrtenbuchmethode oder die 1-Prozent-Regelung gewählt wurde. Die Kosten werden als Einmalbezug der Lohnsteuer unterworfen. So können deutlich höhere Steuern fällig werden.

Anders sieht es aus, wenn der Unfall mit dem Firmenwagen bei einer beruflich veranlassten Fahrt passiert, also auf einer Dienstfahrt oder auf dem Weg zur Arbeit. Für vorsätzlich oder grob fahrlässig verursachte Schäden haftet der Arbeitnehmer in vollem Umfang, z.B. bei Alkoholeinfluss. Bei mittlerer Fahrlässigkeit, wie zum Beispiel bei einem Auffahrunfall oder einer „normalen" Vorfahrtsverletzung, werden die Kosten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt. Bei leichter Fahrlässigkeit oder einem gänzlich unverschuldeten Zusammenstoß haftet der Arbeitnehmer gar nicht. Gleiches gilt bei höherer Gewalt oder wenn ein Dritter den Schaden verursacht hat. 

  • Müssen Sie Schadensersatzleistungen an Ihren Arbeitgeber zahlen, können Sie diese als Werbungskosten absetzen, wenn sich der Unfall auf einer beruflichen Fahrt, auf einer Fahrt zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte oder auf einer wöchentlichen Familienheimfahrt ereignete hat.
  • Verzichtet Ihr Arbeitgeber auf Schadensersatz, führt das zu keinem geldwerten Vorteil für Sie, es sei denn, Sie haben den Unfall unter Alkoholeinfluss verursacht. 

Übrigens:

Was gilt, wenn Sie mit dem privaten Fahrzeug auf dem Weg zur Arbeit sind und einen Unfall haben, erklärt unser Steuer-Artikel Wann und wie Sie Unfallkosten von der Steuer absetzen können.

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