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Nichtveranlagungsbescheinigung – was ist das?

Wer wenig verdient, aber hohe Kapitalerträge wie Zinsen hat, kann eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen – und die hilft beim Steuern sparen.

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Nichtveranlagungsbescheinigung – was ist das?

In Deutschland gibt es einen sogenannten Grundfreibetrag. Dieser Grundfreibetrag sorgt dafür, dass die Kosten für den "alltäglichen Mindestbedarf" für beispielsweise Ernährung, Kleidung und Miete steuerfrei sind. Aktuell, also 2016, sind 8.652 Euro pro Jahr für Singles und 17.304 Euro pro Jahr für Verheiratete steuerfrei. Liegt das Einkommen darüber, müssen Sie Steuern zahlen.

Nun gibt es Menschen, beispielsweise Rentner, Studenten und Minijobber, die neben Ihrem Gehalt auch Kapitalerträge wie Zinsen und Dividenden bekommen. Solche und weitere Einnahmen muss man zum Gehalt dazurechnen. Manche Menschen bleiben dann trotzdem unter dem Grundfreibetrag. In diesem Fall lohnt sich eine Nichtveranlagungsbescheinigung.

Warum lohnt sich die Nichtveranlagungsbescheinigung?

Jedem Sparer steht ein sogenannter Sparerfreibetrag zu. Das bedeutet: Kapitalerträge bis zu 801 Euro im Jahr sind steuerfrei, erst wenn der Gewinn darüber liegt, wird die sogenannte Abgeltungssteuer fällig. Das heißt: Auf jeden Euro, der über 801 Euro liegt, müssen Sie 25 Prozent Abgeltungssteuer zahlen. Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel Wie funktioniert die Abgeltungssteuer?

Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung können Sie auch höhere Kapitalerträge haben, zum Beispiel 900 Euro, und müssen trotzdem keine Steuern bezahlen. Denn diese Bescheinigung stellt Sie von der Abgeltungssteuer frei.

Wichtig: Voraussetzung für eine Nichtveranlagungsbescheinigung ist, dass Sie mit Ihren gesamten Einnahmen – also zum Beispiel Gehalt und Kapitalerträge – unter dem Grundfreibetrag bleiben.

Wo bekomme ich eine Nichtveranlagungsbescheinigung her?

Bei Ihrem Finanzamt bekommen Sie einen zweiseitigen Antrag, den Sie ausfüllen müssen. Neben allgemeinen Informationen wie Name und Adresse, Angaben zum Ehepartner und Kindern, tragen Sie dort Ihre ganzen Einkünfte – also alles, was Sie in einem Jahr an Geld bekommen – ein.

Übrigens:

Sie sind sich nicht sicher, was alles zu Ihren Einkünften zählt? Unsere Beraterinnen und Berater helfen Ihnen im Rahmen einer Mitgliedschaft gerne weiter – und füllen sogar die Nichtveranlagungsbescheinigung für Sie aus. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

Prüft das Finanzamt alle Angaben?

Das Finanzamt kann prüfen, ob Ihre Angaben auch wirklich stimmen. Denn seit 1. Januar 2013 sind alle Banken dazu verpflichtet, die Kapitalerträge ihrer Kunden an das Bundeszentralamt für Steuern zu melden. Erfahren Sie mehr dazu in unserem Artikel Finanzamt überprüft Nichtveranlagungsbescheinigung.

Muss ich die Bescheinigung bei der Bank abgeben?

Sobald Sie vom Finanzamt Ihre Nichtveranlagungsbescheinigung bekommen haben, müssen Sie die Bescheinigung an Ihre Bank weiterleiten. Ihre Bank darf Ihnen danach Ihre Kapitalerträge ohne Abzug von Abgeltungssteuer auszahlen.

Wie lange ist die Nichtveranlagungsbescheinigung gültig?

Grundsätzlich wird die Nichtveranlagungsbescheinigung für drei Jahre ausgestellt. Sind die drei Jahre vorbei, müssen Sie einen neuen Antrag stellen. Ändert sich Ihre finanzielle Situation – Sie verdienen beispielsweise in einem neuen Job so viel, dass Sie den Grundfreibetrag übersteigen – müssen Sie die Bescheinigung zurückgeben. Auch das Finanzamt kann die Nichtveranlagungsbescheinigung zurückfordern. Ist das der Fall, müssen Sie zu Ihrer Bank gehen und die Nichtveranlagungsbescheinigung dort wieder abholen.

 

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