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Steuertipps für Lehrer

Ob Arbeitszimmer oder Klassenfahrten, auch Lehrer können diverse Werbungskosten in Ihre Steuererklärung eintragen und absetzen.

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Steuertipps für Lehrer

Die Anzahl der Unterrichtsstunden, zu denen Lehrer in Deutschland dienstlich verpflichtet sind, hängt von der Schulform und vom Bundesland ab. Sie schwankt zwischen 21 und 28,5 Wochenstunden. Schätzungen gehen allerdings davon aus, dass manche Lehrer durch das Vorbereiten von Unterrichtseinheiten, das Konzipieren und Korrigieren von Klassenarbeiten, das Anbieten von Arbeitsgemeinschaften sowie Elterngespräche und Verwaltungstätigkeiten auf eine Gesamtarbeitszeit von bis zu 70 Wochenstunden kommen.

Das heißt: Lehrer arbeiten in der Regel auch nach Unterrichtsende von zuhause aus weiter. Dabei entstehen Kosten, die sie wie jeder Arbeitnehmer als Werbungskosten steuerlich geltend machen können. Hier ein paar Beispiele:

Arbeitszimmer und Material absetzen

Da Lehrer nachweislich viel Arbeitszeit am heimischen Schreibtisch verbringen, können sie ihr Arbeitszimmer in der Regel mit bis zu 1.250 Euro im Jahr als Werbungskosten angeben. Die Kosten für beruflich genutzte Einrichtungsgegenstände wie Schreibtisch und Schreibtischstuhl können darüber hinaus in voller Höhe abgesetzt bzw. abgeschrieben werden.

Ebenso zu den Werbungskosten zählen die Kosten für Materialien, die man für den Beruf braucht: Bücher und Fachzeitschriften, Laminierfolien, Musikinstrumente bei Musiklehrern und manchmal auch Videorekorder, Stereoanlagen oder CD-Player.

Unser Tipp:

Schreiben Sie genau auf, in welcher Unterrichtseinheit und Stunde Sie welche Materialien verwendet haben. So können Sie dem Finanzamt ganz einfach nachweisen, dass Sie die Materialien für Ihren Beruf brauchen.

Fortbilden und doppelt profitieren

Stimmschulungen, Streitschlichtungskurse, technischen Neuerungen oder pädagogischen Methoden - diese und andere Qualifizierungsmaßnahmen stärken Lehrer für ihren Unterricht. Doch das hat seinen Preis und den müssen Lehrer aus eigener Tasche bezahlen. Immerhin: Die Kosten einer Fortbildung können Lehrer in ihrer Steuererklärung eintragen.

Vier Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit das Finanzamt Lehrgänge als Fortbildung anerkennt:

  • Die Qualifizierungsmaßnahme dient dem Beruf.
  • Der Veranstalter ist ein anerkannter Verband, wie beispielsweise der Deutsche Sportlehrerverband.
  • Der Teilnehmerkreis ist homogen, besteht zum Beispiel nur aus Lehrern.
  • Die Qualifizierungsmaßnahme ist straff organisiert und lässt wenig freie Zeit.

Unser Tipp:

Lassen Sie sich von Ihrer Schulverwaltung eine Bescheinigung ausstellen, dass die Fortbildung einem dienstlichen Interesse dient und erwünscht wird. Das erhöht die Aussichten auf die Anerkennung der Kosten.

Klassenfahrten in Steuererklärung eintragen

Ob Fahrtkosten, Übernachtungskosten oder Eintrittsgelder: Bei einer Klassenfahrt müssen Lehrer oft tief in die Tasche greifen. Dabei können sie folgende Kosten als Werbungskosten geltend machen, denn eine Klassenfahrt gilt als Dienstreise:

  • Fahrtkosten - bei Anreise mit der Bahn können die vollen Kosten angeben werden, bei Anreise mit einem Pkw rechnen Lehrer mit der Kilometerpauschale von 30 Cent für jeden gefahrenen Kilometer
  • Übernachtungskosten
  • Verpflegungsmehraufwand
  • Reisenebenkosten - dazu gehören beispielsweise Fahrkarten für die S-Bahn, Eintrittsgelder oder Parkgebühren

Übrigens:

Eltern können die Kosten für die Klassenfahrt ihrer Kinder nicht von der Steuer absetzen. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass mit dem Kindergeld bzw. dem Kinderfreibetrag solche Kosten bereits abgegolten sind.

Damit vor Ort alles reibungslos läuft, unternehmen manche Lehrer im Vorfeld der Klassenfahrt auf eigene Kosten eine Vorbereitungsreise. Doch Achtung: Das Finanzamt kann die Anerkennung der Kosten verweigern, wenn es den Verdacht hat, dass die Reise nicht ausschließlich zur Vorbereitung der Klassenfahrt diente. Ihr Aufenthalt sollte daher nachweislich mit beruflichen Dingen ausgefüllt sein: Unterkünfte anschauen und buchen, Tagesausflüge vorbereiten oder Eintrittskarten besorgen.

Unser Tipp:

Sammeln Sie während der Klassenfahrt alle Belege und legen Sie diese Ihrer Steuererklärung bei. Heben Sie auch bei der Vorbereitungsreise alle Belege auf und lassen Sie sich beispielsweise zusätzlich von einer Jugendherberge bescheinigen, dass Sie zu Informationszwecken vor Ort waren.

Dienstunfall und die Folgen

Ereignet sich während der Klassenfahrt oder einem Ausflug mit den Schülern ein Unfall, ist das ein Arbeitsunfall. Dies gilt allerdings nur, wenn sich der Unfall im Rahmen eines offiziellen Programmpunktes ereignet hat. Hierzu kann beispielsweise auch der Besuch des Festzeltes auf einem Volksfest zählen. So erkannte das Verwaltungsgericht Stuttgart die Verletzung einer Lehrerin als Dienstunfall an, die sie sich beim Sturz von einer Bierbank zugezogen hatte. Somit konnte die Lehrerin sämtliche Aufwendungen, die in Zusammenhang mit ihrem Unfall standen, als Werbungskosten ansetzen.

Für ein Aufhorchen sorgte dabei die Urteilsbegründung des Gerichts: Das gemeinsame Tanzen der Besucher auf den Festzeltbänken sei sozial angemessen und stehe daher in einem engen natürlichen Zusammenhang zur Dienstausübung der Lehrerin.

Unser Tipp:

Einen im Dienst erlittenen Unfall sollten Sie sobald wie möglich bei Ihrem Dienstvorgesetzten melden. Denn Voraussetzung für die Gewährung von Unfallfürsorge ist die Anerkennung eines Unfalls als Dienstunfall. Hierfür ist es erforderlich, möglichst zeitnah eine Unfallanzeige zu erstatten.

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