Steuerlast: Was ist das?
30.06.2026
Der Duden beschreibt die Steuerlast als die „Belastung durch Steuern“. Die Steuerlast gibt also an, wie viele Steuern Sie als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin zahlen müssen. Da wir Deutschen neben Steuern in der Regel aber auch Sozialabgaben wie Krankenversicherung und Rentenversicherung zahlen, wird oft allgemeiner von der Abgabenlast gesprochen.
Wie setzt sich die Abgabenlast zusammen?
Die Abgabenlast ist die Summe der Steuern und Sozialabgaben, die Sie als Arbeitnehmer/in zahlen. Im Detail ergibt sich die Abgabenlast aus der Summe von:
- Lohnsteuer,
- gegebenenfalls Solidaritätszuschlag,
- gegebenenfalls Kirchensteuer und
- den Beiträgen zu den gesetzlichen Sozialversicherungen.
ÜBRIGENS:
Unser Artikel Das wird Arbeitnehmern vom Lohn abgezogen zeigt Ihnen ganz anschaulich anhand eines einfachen Rechenbeispiels, welche Abzüge Ihr Gehalt schmälern – also wie es von Brutto zu Netto kommt.
Wie kann ich meine Steuerlast ausrechnen?
Entscheidend für Ihre Steuerlast ist Ihr persönlicher Steuersatz. Er ist der Durchschnittssteuersatz für Ihr gesamtes zu versteuerndes Einkommen und zeigt an, wie viel Prozent davon ans Finanzamt gehen.
Sie können den Steuersatz entweder selbst ausrechnen oder einen Steuerrechner nutzen. Unser Brutto-Netto-Rechner zeigt Ihnen unter anderem an, wie viel Lohnsteuer Sie pro Monat oder pro Jahr zahlen müssen und wie hoch Ihre Sozialabgaben sind. Wenn Sie wissen wollen, wie hoch Ihr Steuersatz im letzten Jahr war, können Sie auch einfach auf Ihren Einkommensteuerbescheid schauen.
ÜBRIGENS:
Wer ein besonders hohes Einkommen hat, zahlt in Deutschland den Spitzensteuersatz in Höhe von 42 Prozent. Das gilt für ein zu versteuerndes Einkommen ab 69.879 Euro pro Jahr für Ledige. Nur Reiche ab einem Jahresverdienst von 277.826 Euro zahlen noch mehr Steuern – nämlich 45 Prozent (Stand 2026).
Wie hoch ist die Steuerlast im internationalen Vergleich?
In Deutschland sind Steuern und Sozialabgaben auf Arbeit zuletzt wieder gestiegen – und liegen weiterhin deutlich über dem OECD-Durchschnitt. Das zeigt der aktuelle Bericht „Taxing Wages 2026“ der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OECD.
Demnach lag die sogenannte Abgabenlast für alleinstehende Durchschnittsverdienende ohne Kinder im Jahr 2025 bei 49,3 Prozent. Das bedeutet: Fast die Hälfte der gesamten Arbeitskosten entfällt auf Einkommensteuer sowie Sozialabgaben von Arbeitnehmenden und Arbeitgebern. Der Durchschnitt der 38 OECD-Mitgliedsstaaten lag 2025 bei 35,1 Prozent.
Damit liegt Deutschland im Vergleich weiterhin auf Platz 2. Nur in Belgien war die Abgabenlast für alleinstehende Durchschnittsverdienende mit 52,5 Prozent noch höher. Gegenüber 2024 ist die Belastung in Deutschland um 1,34 Prozentpunkte gestiegen – vor allem wegen höherer Sozialabgaben und sogenannter kalter Progression.
ÜBRIGENS:
Die OECD-Studie zeigt aber auch: Familien werden dank steuerlichem Familienleistungsausgleich spürbar weniger belastet als Alleinstehende ohne Kinder. So lag die Abgabenlast für ein Ehepaar mit nur einem Einkommen und zwei Kindern in Deutschland 2025 bei 34,9 Prozent. Im OECD-Durchschnitt waren es 26,2 Prozent.
Berücksichtigt man nur die Abgaben, die Arbeitnehmende direkt tragen – also Einkommensteuer und Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung abzüglich Familienleistungen –, lag die Belastung für ein verheiratetes Paar mit zwei Kindern in Deutschland 2025 bei 21,3 Prozent. Das heißt, netto blieben ihnen 78,7 Prozent des Bruttolohns.
Quellen
Quellen
- Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Studie "Taxing Wages 2023".