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Steuerlast: Was ist das?

Die Steuerlast zeigt, wie stark Sie als Arbeitnehmer durch Steuern belastet sind. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Steuerlast ermitteln können.

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Steuerlast: Was ist das?

Der Duden beschreibt die Steuerlast als die „Belastung durch Steuern“. Die Steuerlast gibt also an, wie viele Steuern Sie als Arbeitnehmer zahlen müssen. Da wir Deutschen neben Steuern in der Regel aber auch Sozialabgaben wie Krankenversicherung und Rentenversicherung zahlen, wird oft allgemeiner von der Abgabenlast gesprochen.

Wie setzt sich die Abgabenlast zusammen?

Die Abgabenlast ist die Summe der Steuern und Sozialabgaben, die Sie als Arbeitnehmer zahlen. Im Detail ergibt sich die Abgabenlast aus der Summe von:

Übrigens:

Unser Artikel Das wird Arbeitnehmern vom Lohn abgezogen zeigt Ihnen ganz anschaulich anhand eines einfachen Rechenbeispiels, welche Abzüge Ihr Gehalt schmälern – also wie es von Brutto zu Netto kommt.

Wie kann ich meine Steuerlast ausrechnen?

Entscheidend für Ihre Steuerlast ist Ihr persönlicher Steuersatz. Er ist der Durchschnittssteuersatz für Ihr gesamtes Einkommen und zeigt an, wie viel Prozent Ihres Einkommens ans Finanzamt gehen.

Sie können den Steuersatz entweder selbst ausrechnen oder einen Steuerrechner nutzen. Unser Brutto-Netto-Rechner zeigt Ihnen unter anderem an, wie viel Lohnsteuer Sie pro Monat oder pro Jahr zahlen müssen und wie hoch Ihre Sozialabgaben sind.

Oder Sie nutzen die Einkommensteuertabellen, um Ihre persönliche Steuerlast einschätzen zu können. Sie müssen nur darauf achten, dass es zwei unterschiedliche Steuertabellen gibt: die Grundtabelle für Alleinstehende und die Splittingtabelle für Ehepaare.

ÜBRIGENS:

Wer ein besonders hohes Einkommen hat, zahlt in Deutschland den Spitzensteuersatz in Höhe von 42 Prozent. Das gilt für ein zu versteuerndes Einkommen ab 57.950 Euro pro Jahr. Nur Reiche ab einem Jahresverdienst von 274.613 Euro zahlen noch mehr Steuern – nämlich 45 Prozent (Stand 2021).

Wie hoch ist die Steuerlast im internationalen Vergleich?

In Deutschland sind zwar die Steuern und Sozialabgaben leicht gesunken, liegen aber weiterhin deutlich über dem Durchschnitt. Das hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OECD, bekannt gegeben.

Das bedeutet: Der Anteil von Steuern und Sozialabgaben lag 2020 für alleinstehende Durchschnittsverdiener bei 49,0 Prozent. Rund die Hälfte des Gehalts geht also für die Abgabenlast drauf. 2000 lag der Schnitt allerdings bei 52,9 Prozent, ist also insgesamt rückläufig.

Damit liegt Deutschland im OECD-Vergleich auf Platz 2 – nur in Belgien wurde ein alleinstehender Arbeitnehmer 2020 mit 51,5 Prozent noch höher besteuert. Der Durchschnitt der 37 OECD-Mitgliedsstaaten lag 2020 bei 34,6 Prozent.

ÜBrigens:

Die Studie der OECD zeigt aber auch deutlich, dass Familien dank steuerlichem Familienleistungsausgleich eine deutlich geringere Belastung haben. So lag der Anteil von Steuern und Sozialabgaben 2020 bei einem Ehepaar mit zwei Kindern bei 44,3 Prozent, wenn beide Eltern arbeiten, und bei nur 32,9 Prozent, wenn nur ein Elternteil berufstätig ist.

 

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Dies ist ein redaktioneller Text des Redaktionsteams der VLH. Es erfolgt keine Beratung zu Themen, die außerhalb der steuerlichen Beratungsbefugnis eines Lohnsteuerhilfevereins liegen. Eine Beratungsleistung im konkreten Einzelfall kann nur im Rahmen der Begründung einer Mitgliedschaft und ausschließlich innerhalb der Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG erfolgen.

Quellen

  • Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Studie "Taxing Wages 2021". (Gesehen am 01.06.2021)