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Was sind "haushaltsnahe Dienstleistungen"?

Haushaltshilfe, Hausmeister, Handwerker: Als haushaltsnahe Dienstleistung können Hauseigentümer immerhin einen Teil der Kosten von der Steuer absetzen.

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Hinweis: Dieser Artikel befindet sich im VLH-Archiv, dem Langzeitgedächtnis von www.vlh.de. Da sich die Gesetzeslage im Steuerrecht kontinuierlich verändert, ist dieser Artikel eventuell nicht mehr aktuell.

Ein Haushalt macht viel Arbeit. Wer nicht alles selbst putzen, pflegen oder reparieren kann, holt sich Hilfe. Das Geld, das Sie einer Haushaltshilfe, einem Reinigungsdienst oder einem Hausmeister bezahlen, können Sie zu einem gewissen Teil am Ende des Jahres von der Steuer absetzen.

Was gehört zu den "haushaltsnahe Dienstleistungen"?

Grundsätzlich gilt: Alles, was Sie selbst zu Hause erledigen könnten, dafür aber eine Haushaltshilfe, einen Hausmeister oder Handwerker, einen Betreuer oder einen Pfleger einstellen, zählt zu haushaltsnahen Dienstleistungen.

Wichtig ist dabei Folgendes: Früher konnten Sie nur haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen, die auch tatsächlich bei Ihnen zu Hause erledigt wurden. Die Kosten für die Tagesmutter Ihrer Kinder zum Beispiel können Sie nur dann als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen, wenn sie tatsächlich in Ihrem Haushalt betreut wurden - also das Haus oder die Wohnung, in der Sie ständig leben; Ihre Wochenend- oder Ferienwohnung; eine Wohnung, in dem Ihr Kind wohnt, für das Sie noch Kindergeld erhalten und das Ihnen keine Miete zahlt.

Im Jahr 2014 entschied allerdings der Bundesfinanzhof, dass auch Dienstleistungen, die jenseits der Grundstücksgrenze auf öffentlichem Grund erbracht wurden, absetzbar sein können. Dazu gehört zum Beispiel das Schneeräumen einer Straßenfront, die entlang eines Grundstücks verläuft, aber öffentlicher Grund ist. Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel Dienstleistungen außerhalb des Grundstücks absetzbar.

Beispiele:  
Essen zubereiten Haushaltshilfe
   
Wohnung reinigen Haushaltshilfe
   
Fenster putzen Haushaltshilfe
   
Kleinere Schäden am Haus
und im Garten reparieren
Hausmeister oder
Handwerker
   
Gartenarbeiten auf dem
eigenen Grundstück
Hausmeister oder
Handwerker
   
Kamin oder Kachelofen
nachträglich einbauen
Handwerker
   
Winterdienst wie Schnee
räumen oder streuen
Dienstleister
   
Kinder betreuen Tagesmutter oder
Au-pair
   
Kranke oder ältere
Menschen pflegen
ambulanter Pflegedienst
oder Krankenpfleger

Übrigens:

Auch wenn Sie in einem Senioren- oder Pflegeheim leben, können Sie Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen. Genaueres dazu erfahren Sie in unserem Artikel Haushaltsnahe Dienstleistung: 20 Prozent gibt's vom Finanzamt zurück.

Welche Kosten können Sie absetzen?

Stellt Ihnen zum Beispiel Ihre Haushaltshilfe eine Rechnung, dürfen Sie folgende Kosten davon von der Steuer absetzen, einschließlich Mehrwertsteuer:

  • Arbeitslohn
  • Fahrtkosten
  • Maschinenkosten

Prüfen Sie am besten gleich, ob die verschiedenen Kosten in der Rechnung getrennt aufgeführt sind. Nur dann können Sie sie exakt in Ihre Steuererklärung eintragen. Tipp: Bezahlen Sie die Rechnung per Überweisung. Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an.

Welche Kosten darf man nicht absetzen?

Was Sie nicht als haushaltsnahe Dienstleistungen in Ihre Steuererklärung eintragen dürfen sind

  • Materialkosten, wie Putzmittel, wenn Ihre Haushaltshilfe Ihnen das in Rechnung stellt,
  • Kosten für Warenlieferungen zum Beispiel von Wäsche oder Essen,
  • Verwaltergebühren bei einer Eigentümergemeinschaft,
  • Müllabfuhrgebühren.

Wie viel können Sie für haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen?

Die für Sie entscheidende Frage ist, ob Sie zum Beispiel Ihre Reinigungshilfe als Mini-Jobberin auf 450-Euro-Basis im Monat bezahlen oder ob Sie sie als Vollzeitkraft eingestellt haben.

Für jede Haushalts- oder Pflegehilfe dürfen Sie jährlich maximal 20 Prozent der Kosten von der Steuer absetzen. Je nach Angestelltenverhältnis sind das unterschiedlich hohe Beträge, nämlich:

Haushaltshilfe Kosten
Für Mini-Jobber auf
450-Euro-Basis:
max. 510 Euro
   
Für Vollzeitangestellte: max. 4.000 Euro
   
Für Handwerker: max. 1.200 Euro

Wie trägt man haushaltsnahe Dienstleistungen in der Steuererklärung ein?

Damit Sie Ihre Steuererklärung vollständig ausfüllen können und die Steuererleichterung erhalten, die Ihnen zusteht, sollten Sie übers Jahr alle Rechnungen für haushaltsnahe Dienstleistungen sammeln.

Am Ende des Jahres zählen Sie alles, was Sie dafür im letzten Jahr ausgegeben haben, zusammen. Je nachdem, welche Dienstleistung es ist, tragen Sie die Summe in das dafür vorgesehene leere Feld der Steuererklärung ein. Beachten Sie dabei, dass Sie die verschiedenen Höchstbeträge nicht überschreiten. Eine anschauliche Zusammenfassung zum Thema bietet Ihnen auch unserer Infografik:

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