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E-Bike von der Steuer absetzen: Wie geht das?

Ist das noch ein Fahrrad oder gilt das schon als Kraftfahrzeug? Das ist die entscheidende Frage, wenn es um E-Bikes und die Steuererklärung geht. Wir bringen Licht ins Dunkel.

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Dienstfahrrad von der Steuer absetzen: Wie geht das?

Ob Pedelec, Fahrrad oder E-Bike, mit dem Drahtesel zur Arbeit fahren spart im vollgestopften Stadtverkehr nicht nur viel Zeit, es ist auch noch gut für die Umwelt und die eigene Gesundheit. Kein Wunder also, dass viele Arbeitgeber ihren Mitarbeitern ein Dienstfahrrad stellen. Alles schön und gut, sagen Sie. Aber Sie fragen sich, ob auf das Dienstfahrrad Steuern fällig werden oder nicht.

Tatsächlich ist es so, dass das Dienstfahrrad steuerlich gesehen einem Dienstwagen gleichgestellt ist. Es muss also grundsätzlich versteuert werden. Aber: Es kommt darauf an, was Sie für ein Fahrrad fahren und wann Sie es angeschafft haben.

Wie setze ich ein normales Fahrrad von der Steuer ab?

Wer ein klassisches Hollandrad, Mountainbike oder Rennrad – also ohne Elektroantrieb – als Dienstfahrrad fährt, darf sich ab 2019 besonders freuen. Die Nutzung des normalen Dienstfahrrads ist steuerfrei, egal ob Sie beruflich oder privat unterwegs sind. Außerdem wird das Fahrradfahren nicht auf die Pendlerpauschale angerechnet. Der Staat möchte mit der Steuerbefreiung umweltfreundliches Engagement fördern.

Übrigens:

Die Neuregelung gilt für Fahrräder, die ab 1. Januar 2019 angeschafft werden und vorerst nur bis Ende 2021.

Welche Regelung gilt für ein E-Bike bis 25 km/h?

Ist das betriebliche Fahrrad ein Elektrofahrrad, das Geschwindigkeiten bis zu 25 Kilometer pro Stunde erreicht, gelten ab 2019 die gleichen Regeln wie für normale Fahrräder. Sowohl die berufliche als auch private Nutzung ist steuerfrei, keine Anrechnung auf die Pendlerpauschale.

Übrigens:

Steuerfrei bleibt das Fahrrad nur, wenn Ihr Chef Ihnen das Fahrrad nur zur Nutzung überlassen hat. Überträgt Ihr Chef das Eigentum auf Sie, werden Steuern fällig.

Ist ein Elektrofahrrad mit Geschwindigkeiten über 25 km/h auch steuerfrei?

Leider nein, denn ein Elektrofahrrad, dessen Motor auch Geschwindigkeiten über 25 km/h leisten kann, gilt verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug. Dementsprechend gelten für solche Elektro-Dienstfahrräder auch andere Regeln – sie sind einem Dienstwagen gleichgestellt.

Das hat zur Konsequenz, dass private Fahrten mit dem Elektrofahrrad mit der 1-%-Regelung versteuert werden müssen. Der geldwerte Vorteil wird ab 2019 mit einem Prozent des halben Listenpreises angesetzt. Bedeutet: Sie müssen zuerst prüfen, was Ihr E-Bike beim Kauf für einen Bruttowert hat. Das ist in der Regel die unverbindliche Preisempfehlung. Diesen Wert halbieren Sie und errechnen davon ein Prozent. Das Ergebnis ist der Wert, den Sie monatlich versteuern müssen. Das Versteuern läuft automatisch über Ihre Gehaltsabrechnung, denn Ihr Chef schlägt den geldwerten Vorteil auf Ihr Gehalt drauf.

Welche Regelung galt bis 2018 in Sachen E-Bike und Steuer?

Für alle Fahrräder, die bis 31.12.2018 angeschafft werden, gilt noch die alte Regelung. Und die besagt, dass private Fahrten grundsätzlich mit der 1-%-Regelung versteuert werden müssen – und zwar ein Prozent auf den vollen Listenpreis. Es spielt keine Rolle, ob das Fahrrad motorisiert ist oder nicht.

Bei einem Dienstwagen kommen zusätzlich jeden Monat 0,03 Prozent des Listenpreises hinzu, nämlich für die Wegstrecke zur Arbeitsstätte. Das fällt beim betrieblichen Fahrrad komplett weg.

Aber auch bis Ende 2018 gibt es eine Ausnahme von der Regel: Auch hier gelten Elektrofahrräder, die schneller als 45 km/h fahren, als Kraftfahrzeug. Damit sind sie dem Dienstwagen gleichgestellt, zur 1-%-Regelung kommen auch noch die 0,03 Prozent des Listenpreises für die Fahrt zur Arbeit monatlich oben drauf.

Was muss ich bei der Steuererklärung beachten, wenn ich das Fahrrad lease?

Es gibt auch die Möglichkeit, ein Fahrrad über den Arbeitgeber zu leasen. Das funktioniert über eine sogenannte Gehaltsumwandlung. Der Prozess stark vereinfacht: Sie suchen sich ein Fahrrad im Fachhandel aus. Die monatliche Leasingrate wird Ihnen direkt vom Bruttogehalt abgezogen – also noch bevor Steuern und Sozialabgaben fällig werden. Klingt gut, oder?!

Einen Hinkefuß gibt es allerdings bei dieser Lösung, denn die Gehaltsumwandlung sorgt ab 2019 dafür, dass Sie nicht in den Genuss der Steuerbefreiung kommen. Eine Gehaltsumwandlung ist schädlich, wie es im Steuerdeutsch so schön heißt. Es gelten die Regelungen, die bis Ende 2018 greifen.

Darf ich mein E-Bike steuerfrei beim Chef aufladen?

Gibt es bei Ihrem Arbeitgeber Ladestrom für Ihr E-Bike und Sie dürfen die Ladesäule nutzen, gilt das nicht als geldwerter Vorteil. Damit ist das Aufladen steuerfrei. Davon profitieren nicht nur Arbeitnehmer mit Dienstfahrrad, sondern auch die Kollegen, die mit dem privaten E-Bike zur Arbeit radeln.  

Übrigens:

Sie sind sich unsicher, wie Sie Ihr E-Bike in der Steuererklärung eintragen müssen? Unsere Beraterinnen und Berater übernehmen das gerne für Sie. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

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