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18.11.2014
Überblick

Unterhalt von der Steuer absetzen

Unterhalt an den Ex-Gatten, für die pflegebedürftige Mutter oder das eigene Kind: Wie Sie die verschiedenen Unterhaltszahlungen von der Steuer absetzen können, erfahren Sie in unserem Überblick.


Unterhalt von der Steuer absetzen

Drei Formen von Unterhaltszahlungen gibt es:

1.Unterhalt für den ehemaligen Ehepartner

Sie als Unterhaltszahler haben zwei Möglichkeiten, den Unterhalt an Ihren Ex-Gatten von der Steuer abzusetzen: Entweder in Form des Realsplittings als Sonderausgabe und dann maximal 13.805 Euro im Jahr oder aber als außergewöhnliche Belastung und dann höchstens 8.354 Euro jährlich.

Zahlen Sie die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für Ihren Ex-Partner, können Sie diese Summe zusätzlich absetzen – egal, ob Sie den Unterhalt als Sonderausgabe oder als außergewöhnliche Belastung absetzen.

Unser Steuer-Tipp Unterhalt an den Ex-Gatten von der Steuer absetzenzeigt Ihnen, welche Bedingungen Sie jeweils erfüllen bzw. wie Sie in beiden Fällen vorgehen müssen.

2. Unterhalt an pflegebedürftige Verwandte

Sie können Unterhalt für pflegebedürftige Verwandte in gerader Linie steuerlich absetzen, also für Ihre Eltern, die Groß- oder die Urgroßeltern, Geschwister, Kinder oder Enkel. Ihre Unterhaltszahlungen, zum Beispiel für das Pflegeheim Ihrer Mutter, können Sie dann voll von der Steuer absetzen, wenn Sie damit über Ihrer zumutbaren Belastungsgrenze liegen.

Wie das Finanzamt Ihre persönliche Belastungsgrenze anhand Ihres Einkommens, Ihres Familienstandes und der Anzahl Ihrer Kinder berechnet, erfahren Sie in unserem Steuer ABC Was sind außergewöhnliche Belastungen?

Übrigens:

Genutzt wird der Unterhalt in der Regel, um damit den Betreuungsplatz in einem Pflegeheim zu bezahlen. Es kann sich aber auch um die Kosten für ein Altersheim handeln, wenn Ihr Verwandter dort aus Krankheitsgründen untergebracht ist.

 

3. Unterhalt an leibliche oder adoptierte Kinder

Zahlen Sie für Ihr Kind Unterhalt, dann können Sie maximal 8.354 Euro im Jahr absetzen. Allerdings nur unter einer Voraussetzung: Weder Sie, noch Ihr Ex-Partner dürfen Kindergeld oder den Kinderfreibetrag in Anspruch nehmen. In der Regel kommt ein Abzug der Kosten also nur bei volljährigen Kindern in Betracht, für die es kein Kindergeld mehr gibt. 

Verdient Ihr Kind außerdem mehr als 624 Euro im Jahr, zieht das Finanzamt alle Einnahmen, die über dem Betrag von 624 Euro liegen, von den 8.354 Euro ab. Verdient Ihr Kind zum Beispiel 6.000 Euro Ausbildungsgeld im Jahr, sähe das so aus:

 

 

8.354 € (Höchstbetrag) - 6.000 € (Ausbildungsverdienst) = 2.354 € + 624 € (Freibetrag)

 

 



Insgesamt 2.978 Euro können Sie in diesem Beispiel-Fall als Unterhalt im Jahr absetzen.

Eine zweite Möglichkeit: Sie können die Kosten als außergewöhnliche Belastung absetzen. Dann zieht Ihnen das Finanzamt aber einen Eigenanteil von bis zu sieben Prozent ab.


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