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Was sind außergewöhnliche Belastungen?

Kosten für Krankheit oder Unterhalt: Solche Ausgaben können Sie als außergewöhnliche Belastungen teilweise von der Steuer absetzen.

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Was sind außergewöhnliche Belastungen?

Die meisten von uns müssen für Dinge Geld ausgeben wie Miete, Essen und Trinken, ein Auto oder Versicherungen. Doch manche haben mit außergewöhnlichen Problemen und damit verbundenen Kosten zu kämpfen: Kosten für beispielweise eine schwere Krankheit oder Unterhalt an den Ex-Gatten. Diese außergewöhnlichen Probleme heißen im Steuerrecht außergewöhnliche Belastungen.

Der Staat definiert außergewöhnliche Belastungen so: "Aufwendungen erwachsen dem Steuerpflichtigen zwangsläufig, wenn er sich ihnen aus rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen nicht entziehen kann". So steht es im Einkommensteuergesetz Paragraf 33 Absatz 2.

Wer also aus rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen gezwungen ist, für besondere Umstände zu bezahlen, kann die Kosten dafür als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen.

Was gehört ganz allgemein zu außergewöhnlichen Belastungen?

Die wenig konkrete Definition im Einkommensteuergesetz lässt ahnen: Es gibt keine allgemeingültige Liste für sämtliche außergewöhnlichen Belastungen. Deshalb fassen wir hier nur die gängigsten Bereiche zusammen:

  • Krankheitskosten: Arztkosten, Fahrtkosten, Zuzahlungen für Medikamente, sofern Ihre Krankenkasse diese Leistungen nicht übernimmt
  • Pflege- und Pflegeheimkosten für die eigenen Eltern, sofern die Pflegeversicherung diese Leistungen nicht übernimmt
  • Unterhaltskosten
  • Beerdigungskosten
  • Augenoperationen, die eine Fehlsichtigkeit korrigieren
  • Pauschbetrag für Kosten für die Berufsausbildung des eigenen Kindes, wenn es volljährig ist, nicht zu Hause wohnt und Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag besteht

Warum gibt es keine allgemeingültige Liste zum Nachschlagen?

Wie gesagt, es gibt keine konkrete Liste, in der Sie alle außergewöhnlichen Belastungen nachschlagen können und die für jeden Steuerbürger gleich gilt.

Der Gesetzgeber geht vielmehr von folgender Annahme aus: Ein Bankdirektor kann den Beitrag für Omas Pflegeheim wahrscheinlich leichter aufbringen als ein kleiner Angestellter.

Wie ermittelt der Staat, ob ich etwas als außergewöhnliche Belastung absetzen kann?

Der Staat vergleicht Personen gleichen Familienstands und ähnlicher Einkünfte miteinander: Einnahmen und Ausgaben werden zusammengezählt und alle Kosten, die am Ende des Jahres eine "zumutbare Belastung" übersteigen, gelten als außergewöhnliche Belastung.

 Je nachdem wie hoch Ihr Jahreseinkommen ist, wie viele Kinder und wie viele Ausgaben Sie haben, wird Ihr Finanzbeamter einen kleineren oder größeren Teil Ihrer außergewöhnlichen Belastungen am Ende des Jahres von Ihrem Jahreseinkommen abziehen. Nur den Rest müssen Sie voll versteuern.

Wie wird mein steuerfreier Anteil an den außergewöhnlichen Belastungen berechnet?

Das Finanzamt berücksichtigt die Höhe Ihres Jahreseinkommens, den Familienstand und die Anzahl der Kinder. Für jede Kombination gibt es eine bestimmte "zumutbare Belastungsgrenze". Der Staat hat dafür eigens eine Tabelle zum Nachschlagen entworfen, die wir etwas anschaulicher aufbereitet haben:

Einkünfte Ohne Kinder Mit Kindern
  Eigene Veranlagung Zusammen-Veranlagung 1 bis 2 Kinder 3 Kinder und mehr
bis 15.340 Euro 5 % 4 % 2 % 1 %
15.341 - 51.130 Euro 6 % 5 % 3 % 1 %
über 51.130 Euro 7 % 6 % 4 % 2 %

Ein Beispiel, wie Sie Ihre Belastungsgrenze aus der Tabelle herauslesen können: Nehmen wir an, Sie und Ihr Ehepartner haben keine Kinder und verdienen gemeinsam 52.000 Euro im Jahr. Dann liegt Ihre "zumutbare Belastung" bei 6 Prozent des Gesamtbetrags Ihrer Einkünfte, also knapp 3.100 Euro. Jeden Cent, den Sie in einem Jahr für "außergewöhnliche Belastungen" ausgeben und der über diesen 3.100 Euro liegt, können Sie von der Steuer absetzen.

Was zu den außergewöhnlichen Belastungen gehört, das zeigt Ihnen anschaulich und auf einen Blick unsere Infografik:

Was Sie beim Absetzen von Beerdigungskosten beachten müssen, haben wir Ihnen in einem Video zusammengefasst:

Wo trage ich meine außergewöhnlichen Belastungen ein?

Die Steuererklärung besteht aus mehreren vorgedruckten Formularen, die Sie ausfüllen müssen. Ihre außergewöhnlichen Belastungen tragen Sie im Mantelbogen auf Seite 3 ganz oben ein.

Übrigens: Wenn Sie sich schon immer gefragt haben, ob Sie Ihre Schwiegermutter als außergewöhnliche Belastung absetzen können - unser Video gibt Ihnen in Sekundenschnelle eine Antwort

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