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Energiepreispauschale von 300 Euro: Wer bekommt sie und wie wird sie versteuert?

Wegen der stark gestiegenen Energiepreise hat die Regierung eine Energiepreispauschale von 300 Euro beschlossen. Sie ist steuerpflichtig und wird grundsätzlich an einkommensteuerpflichtige Erwerbstätige einmalig mit dem Gehalt ausgezahlt.

Energiepreispauschale von 300 Euro: Wer bekommt sie und wie wird sie versteuert?

Der Krieg in der Ukraine hat die Energiepreise in die Höhe getrieben. Benzin und Diesel, Heizung und Strom – alles ist deutlich teurer geworden. Um die gestiegenen Kosten der Bürgerinnen und Bürger etwas abzumildern, hat die Bundesregierung unter anderem eine Energiepreispauschale beschlossen. Sie wird einmalig ausgezahlt und beläuft sich auf 300 Euro. Sie gehört zum Entlastungspaket 2, das die Regierung auf den Weg gebracht hat. Weitere Informationen finden Sie hier: Bundesregierung zum Entlastungspaket 2

Energiepreispauschale für alle Erwerbstätigen

Die Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro wird an einkommensteuerpflichtige Erwerbstätige der Steuerklassen 1 bis 5 ausgezahlt. Das gilt sowohl für Vollzeitbeschäftigte als auch für Teilzeitkräfte. Arbeitnehmer/innen erhalten das Geld automatisch mit ihrem Lohn beziehungsweise Gehalt. Geplant ist die Auszahlung im September 2022.

Energiepreispauschale auch für geringfügig Beschäftigte

Auch bei geringfügig Beschäftigten kann die Auszahlung über die oder den Arbeitgeber/in erfolgen. Voraussetzung: Sie oder er gibt eine Lohnsteuer-Anmeldung ab. Ist das nicht der Fall – was insbesondere bei kurzfristigen oder geringfügigen Beschäftigungen im Privathaushalt zutrifft, bei denen die Lohnsteuer nach § 40a EStG pauschal erhoben wird –, muss sich der Arbeitnehmer beziehungsweise die Arbeitnehmerin die Energiepreispauschale über die Steuererklärung holen.

Übrigens:

Wer mehrere Jobs, also mehrere Dienstverhältnisse hat, erhält die Energiepreispauschale von 300 Euro dennoch nur einmal. Ausgezahlt wird sie dann mit dem Gehalt von dem Arbeitgeber beziehungsweise der Arbeitgeberin, bei dem oder der das erste Dienstverhältnis besteht.

Wie die Energiepreispauschale versteuert wird

Bei der Energiepreispauschale (EPP) handelt es sich um eine einmalige Zahlung, die der Einkommensteuer unterliegt. Das heißt: Die 300 Euro werden auf das Bruttogehalt im Monat der EPP-Auszahlung draufgepackt und anschließend mit versteuert. Es ist also kein steuerfreier Zuschlag.

Was von der Energiepreispauschale übrig bleibt

Da die Energiepreispauschale steuerpflichtig ist, erhöht sie im Monat der Auszahlung das Bruttogehalt um 300 Euro. Der Gesamtbetrag wird dann versteuert, und das führt dazu, dass nicht bei jeder Arbeitnehmerin beziehungsweise jedem Arbeitnehmer der gleiche Betrag ankommt. Soll heißen: Bei Beschäftigten mit einem hohen Steuersatz bleibt von den 300 Euro EPP weniger übrig als bei Erwerbstätigen mit einem geringeren Einkommen.

Der Bund der Steuerzahler (BdSt) hat Berechnungen angestellt, wie viel Geld für verschiedene Steuerklassen von der Energiepreispauschale letztendlich übrig bleibt. Demnach kann eine Alleinstehende oder ein Alleinstehender mit Steuerklasse 1 ohne Kinder bei einem Jahresbruttogehalt von 72.000 Euro mit einer Energiepreispauschale von netto 181,80 Euro rechnen. Bei gleichem Gehalt, aber verheiratet und mit Kind wären es laut BdSt-Berechnung 184,34 Euro.

Mit etwas mehr von der EPP auf dem Konto können Erwerbstätige rechnen, die weniger verdienen. Laut BdSt wären es bei einem beziehungsweise einer Verheirateten mit Steuerklasse 4, einem Kind und einem Jahresbruttogehalt von 45.000 Euro am Ende 216,33 Euro. Und wer mit seinem Jahreseinkommen unter dem Grundfreibetrag von 10.347 Euro liegt, erhält die Energiepreispauschale ohne Abzüge, also die vollen 300 Euro.

Übrigens:

Die Energiepreispauschale von 300 Euro bekommen wirklich alle Erwerbstätigen ausgezahlt. Auch bei Verheirateten erhält jeder Ehepartner beziehungsweise jede Ehepartnerin jeweils 300 Euro, sofern er oder sie erwerbstätig ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob man eine Zusammenveranlagung oder eine Einzelveranlagung gewählt hat.

Auch Geringverdienende erhalten die Energiepreispauschale

Zunächst hatte der Entwurf der Bundesregierung vorgesehen, dass Geringerverdiener/innen keine Energiepreispauschale erhalten. Die lautstarke Kritik von verschiedenen Seiten, die daraufhin aufkam, führte allerdings zu einem Umdenken: Auch geringfügig Beschäftigte sowie Minijobber/innen erhalten die EPP in Höhe von 300 Euro.

Übrigens:

Auch Selbstständige können von der Energiepreispauschale profitieren. Ihre Einkommensteuervorauszahlung wird bei einer der nächsten Zahlungen um 300 Euro gekürzt.

Nicht alle Rentner gehen bei der Energiepreispauschale leer aus

Rentnerinnen und Rentner gehören nicht zur Gruppe der erwerbstätigen Personen und sind damit grundsätzlich von der Energiepreispauschale ausgeschlossen. Wer allerdings in Rente ist und sich beispielsweise mit einem Minijob etwas dazuverdient, erhält die EPP ebenfalls. Denn wie bereits oben erwähnt, wurde die Pauschale auch für geringfügig Beschäftigte beschlossen. Wichtiger Hinweis: Wer sich als Rentner/in etwas dazuverdient, sollte sich über die verschiedenen Regelungen informieren. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel Flexirente: Die wichtigsten Regelungen auf einen Blick.

Studierende erhalten Energiepreispauschale nur mit Nebenjob

Ebenso wie Rentner/innen erhalten auch Studierende grundsätzlich keine Energiepreispauschale. Aber auch hier gilt: Übt eine Studentin oder ein Student beispielsweise einen Minijob aus, gehört sie oder er zu den geringfügig Beschäftigen und kommt ebenfalls in den Genuss der EPP.

Unser Tipp:

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Dies ist ein redaktioneller Text des Redaktionsteams der VLH. Es erfolgt keine Beratung zu Themen, die außerhalb der steuerlichen Beratungsbefugnis eines Lohnsteuerhilfevereins liegen. Eine Beratungsleistung im konkreten Einzelfall kann nur im Rahmen der Begründung einer Mitgliedschaft und ausschließlich innerhalb der Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG erfolgen.

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