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Arbeitslosengeld aus dem EU-Ausland ist steuerfrei

In Deutschland wohnen, aus zum Beispiel Frankreich Arbeitslosengeld beziehen: Lohnersatzleistungen aus der EU und der Schweiz sind steuerfrei.

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Arbeitslosengeld aus dem EU-Ausland ist steuerfrei

Lohnersatzleistungen – dazu gehören beispielsweise das Elterngeld, Krankengeld oder das Arbeitslosengeld I – sind in Deutschland grundsätzlich steuerfrei. Das gilt auch für Lohnersatzleistungen aus der Europäischen Union (EU) und der Schweiz. Die Sache hat aber einen Haken: Auch wenn zum Beispiel das Arbeitslosengeld steuerfrei ist, unterliegt es allerdings dem sogenannten Progressionsvorbehalt. Der wiederum erhöht Ihren persönlichen Steuersatz, so dass Sie letztlich mehr Steuern zahlen müssen.

Bis 2012: Steuerpflicht für Lohnersatzleistungen aus dem EU-Ausland

Steuerfreie Lohnersatzleistungen aus dem Ausland – das war nicht immer so. Bis Anfang 2012 galt die Richtlinie 3.2 EStR des Bundesfinanzministeriums, also die Steuerpflicht für Lohnersatzleistungen aus dem europäischen Ausland. Arbeitslosengeld aus Deutschland blieb dagegen steuerfrei.

Eine Diskrepanz, die von der Oberfinanzdirektion Koblenz durch seine Verfügung vom 29. Februar 2012 (Az. S 2295 A – St 333) aufgehoben wurde: Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld oder auch Kurzarbeitergeld aus der EU, der Schweiz wie auch aus Norwegen, Island und Liechtenstein sind seit Gültigkeit der Koblenzer Verfügung steuerfrei. Mittlerweile hat es diese Regelung auch in das Einkommensteuergesetz geschafft. Nachzulesen in § 3.

Übrigens:

Die Verfügung aus Koblenz machte offiziell, was auf Bundesebene bereits beschlossen war: Im März 2011 hatten sich Finanzverwaltung und Bundesfinanzministerium auf die Steuerfreiheit von Lohnersatzleistungen aus dem EU-Ausland geeinigt. Zunächst galt diese Regelung nur intern für die Finanzämter.

Abgabepflicht für die Steuererklärung

Was Sie in Sachen Arbeitslosengeld – egal ob aus Deutschland oder dem EU-Ausland – beachten sollten: Wenn Sie mehr als 410 Euro Arbeitslosengeld im Jahr bezogen haben, sind Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Sie bekommen per Post von der Agentur für Arbeit eine Bescheinigung für das Finanzamt und müssen Ihre Lohnersatzleistungen in Anlage N Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit eintragen.

Sie haben noch Fragen in Sachen Arbeitslosengeld und Steuererklärung? Wenden Sie sich an eine VLH-Beraterin oder einen -Berater. Wir sichern Ihnen die Steuervorteile, die Ihnen zustehen – in allen Lebenslagen. Finden Sie hier eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe: Beratersuche.

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